Presseerklärung zur finanziellen Situation der GGP

zur Entwicklung bei der städtischen Tochtergesellschaft GGP

Nachdem die Event-GmbH wegen ihrer finanziellen Schieflage in die öffentliche Diskussion gerückt wurde, ist es an der Zeit, auch die Entwicklung der GGP näher zu betrachten.

Die im Jahre 1994 gegründete städtische Grundstücksgesellschaft wurde mit dem Ziel gegründet, vor allem die Grundstücke in der Sperrwies und in Kohlbruck zu entwickeln und zu verwerten. In den letzten Jahren bestand ihre Hauptaufgabe in der Verwertung des Grundstücks Güterbahnhof. Diesen drei Aufgaben war gemein, dass günstig erworbene Grundstücke zu einem erheblich höheren Wert verkauft werden konnten. Aus diesem Grund ist es schon mehr als verwunderlich, dass nach nur zehn Jahren sich ein Schuldenberg von ca. 50 Mio. € angesammelt hat. Der Grund hierfür liegt in einer Geschäftsausweitung, welche die Geschäftsführung mit Zustimmung der Gesellschafterversammlung und des Aufsichtsrates vorgenommen hat.

Um demnächst nicht in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten, wird zur Zeit „hinter den Kulissen” heftig nach Lösungsmöglichkeiten gesucht. Gerüchte besagen, dass daran gedacht wird, der GGP frisches Kapital in Form einer weiteren städtischen Tochtergesellschaft zuzuführen. Konkret handelt es sich dabei um die Wohnungsaufbau-GmbH, die nicht nur ein solides Finanzpolster, sondern auch einen guten Bestand von ca. 1.000 Wohnungen besitzt. Diesem Ansinnen widersprechen wir Grünen energisch aus folgenden Gründen:

  1. Eine Kapitalzuführung an die GGP löst nicht die strukturellen Probleme dieser Gesellschaft. Man könnt auch sagen, es wird nur gutes Geld dem schlechten Geld hinterher geworfen. Die Sanierung der GGP muss von diesem Unternehmen selbstverantwortlich angegangen werden. Die laufenden Kosten (ohne Zinsen und Abschreibung) betragen rund 2 Mio. €. Hier liegt ein großes Einsparpotenzial, das umgehend ausgeschöpft werden muss (zu was brauchen wir z.B. zwei Geschäftsführer?). Die eigenen Grundstücke gehören, auch mit Unterstützung von Seiten der Stadt, offensiv verkauft.
  2. Das städtische Tochterunternehmen Wohnungsaufbau-GmbH hat in der Vergangenheit sehr gut gewirtschaftet und steht auf soliden wirtschaftlichen Beinen. Um für breite Bevölkerungskreise in Passau guten und preiswerten Wohnraum auch in Zukunft zu gewährleisten, ist eine Bewirtschaftungspolitik notwendig, die sich alleine auf dieses Geschäftsfeld beschränkt. Wohnungen, bei denen z.B. notwendige Renovierungskosten verschoben werden, verlieren umgehend an Wert.

Langfristig macht es wesentlich mehr Sinn, die GGP aufzulösen und zuück in das städtische Liegenschaftsamt wieder einzugliedern. Neue Aufgaben, die dem ursprünglichen Gesellschaftszweck entsprechen sind nicht in Sicht und können bei Bedarf auch vom Liegenschaftsamt erledigt werden. Unsere Aufgabe im Stadtrat sollte es sein, die GGP nach und nach möglichst geräuschlos zu beerdigen.
Karl Synek



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