Presse: Ein Protrait im Bürgerblick zum Aufsichtsratsvorsitz bei der WGP
Bürgerblick Nr. 18 vom 03. September 2008
Finanzbeamte sind unbequem. Manchmal kann das nicht schaden. Es war ein cleverer Schachzug von Oberbürgermeister Jürgen Dupper den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden für die kommunale Wohnungs- und Grundstücksgesellschaft (WGP) in die Hände des Grünen-Politikers und Finanzbeamten Karl Synek zu legen. Wir erinnern uns: Die WGP entstand aus der Zwangsfusion der gesunden Wohnungsaufbau (WAP) mit der maroden GGP. Letztere, unter der Führung von Herbert Wendl, hatte Spekulationsgeschäfte betrieben und Steuergelder verschwendet. Die GGP funktionierte nach dem Wendl-Plan offenbar so: Günstig Wiesen und Wälder aufkaufen, als Bauland ausweisen und teuer verkaufen. Die Rechnung ging nicht auf, weil Investoren nach Verkehrsanbindung und Häuschenbauer nach Nahversorgung entscheiden. Die WGP sitzt nun auf rund 675.000 Quadratmeter Wohnparzellen und Gewerbegrundstücke. „Die Ladenhüter müssen mit neuen Konzepten verwertet werden“, sagte er. Nicht nur das wird eine schwierige Aufgabe für den Grünen-Politiker: Er soll auch Licht in die dubiosen Grundstücksgeschäfte der Vergangenheit bringen. Wenn er sich den Überblick verschafft hat, wird sein grünes Herz bluten: die ehemalige GGP hat ohne Rücksicht auf die Belange des Naturschutzes Flächen angekauft. Karl Synek ist bekannt für sein konsequentes und unbequemes Handeln. Jetzt wird er sich in Kompromissen üben müssen.
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